Hier der Spielbericht zum Spiel der zweiten Mannschaft vom vergangenen Wochenende gegen Ringhuscheid III:

Am vergangenen Sonntag war die dritte Mannschaft aus Ringhuscheid bei uns zu Gast. Beide Mannschaften hatten am vergangenen Wochenende Niederlagen einstecken müssen, sodass man bei dieser Begegnung schon von einer richtungsweisenden sprechen konnte.
Trainer Josef Scholtes konnte, anders als am letzten Spieltag, als ihm lediglich 10 Mann zur Verfügung gestanden hatten, heute wieder einmal aus den Vollen schöpfen und seine taktischen Raffinessen und Finten mit 14 Leuten in die Tat umzusetzen versuchen.


Anders als noch wenige Tage zuvor im Interview mit der Fußballfachzeitschrift LEO verkündet, forderte er intern von der Mannschaft einen Sieg, auch um die vielen Zuschauer, die wir heute begrüßen durften, zu unterhalten.
So schickte er eine auf dem Papier recht offensiv ausgerichtete Truppe aufs Feld, die im klassischen 3-5-2 agieren sollte.
Von Beginn an entwickelte sich bei bestem Fußballwetter eine typische Kreisklassen-Begegnung, die stark von Kampf, Zweikämpfen und langen Bällen gezeichnet war. Chancen waren in der Anfangsphase eher Mangelware. Erst in der 20. Minute gelang es den Ringhuscheidern den Utscheider Abwehrblock zu knacken und den Ball im Tor zu versenken. Den abdrehenden Stürmern vermieste der Schiedsrichter jedoch rasch die Feierlaune, er hatte zuvor auf Stürmerfoul entschieden und eine hitzige Diskussion begann, in deren Verlauf gleich mehrere Ringhuscheider mit gelben Karten bedacht wurden.
Josef Scholtes erkannte bald, dass sein taktisches Konzept nicht von allen Spielern voll umgesetzt wurde und so sah er sich gezwungen, schon vor der Halbzeitpfiff seinen ersten Wechsel zu vollführen. Für Martin Böwer, der in den Augen des alten Taktikfuchses die Aufgabe, den Spielmacher der Ringhuscheider aus dem Spiel zu nehmen, zu sehr vernachlässigt hatte, ließ er seinen Kettenhund Michael Koch von der Leine, der sich fortan um diese Aufgabe kümmern sollte.
Dieser verschaffte sich gleich mit mehreren Fouls ein wenig Respekt und machte seinem Ruf als Wadenbeißer alle Ehre.
Als der Schiedsrichter schließlich zur Halbzeit pfiff, stand es in dieser Begegnung immer noch 0:0 und die Zuschauer wurden sicherlich langsam ungeduldig, waren sie doch in Erwartung einiger Tore angereist.
Josef Scholtes reagierte in der Halbzeit gleich noch einmal und stellte seine Mannschaft ein wenig um. Für Patrick Pichierri brachte er Christian Steines, der fortan im linken Mittelfeld die Linie beackern sollte, während Peter Weiler ins Sturmzentrum vorgezogen wurde. Außerdem bedachte Josef Scholtes nun Alexander „Ehrgeiz“ Roth mit der Aufgabe, den Ringhuscheider 10er aus dem Spiel zu nehmen, da er wohl fürchtete, Koch würde ansonsten bei fortlaufendem Spiel vorzeitig die Duschen testen dürfen.
In der zweiten Halbzeit konnten wir uns mit dieser neuen taktischen Ausrichtung ein paar Feldvorteile ausspielen und waren nun spielbestimmender und auch dem ersten Tore näher als die Ringhuscheider. Trotzdem konnten wir diese optische Überlegenheit nicht in etwas zählbares ummünzen und mussten sogar in der 65. Minute einen äußerst kuriosen Gegentreffer hinnehmen. Einem Ringhuscheider Spieler gelang es bis zur Torlinie durchzubrechen und eine Flanke in die Mitte zu schlagen. Der Ball kam allerdings nicht Richtung Strafraum, sondern landete auf der Torlatte, rollte von dieser schließlich in den 5-Meter-Raum, wo der gegnerische Stürmer mühelos abstauben konnte.
Mit aller Macht versuchten wir nun diesen Rückstand zu egalisieren, doch immer wieder konnten wir vielversprechende Angriffe nicht zu Ende führen, da entweder der letzte Pass nicht ankam oder wir uns in den Zweikämpfen aufrieben.
So war es Alexander „der Henker“ Berg der sich in der 75. Minute ein Herz fasste und aus gut 30 Metern die Pille einfach mal auf das gegnerische Tor drosch. Der knallharte Schuss traf zunächst die Latte und stürzte von dort guillotinengleich über den Torwart hinweg ins Tor.
Nun wollten wir noch mehr und stürmten ein ums andere Mal, getragen von der aufgeheizten Atmosphäre durch die anpeitschenden Ultras, auf den Ringhuscheider Strafraum zu. Das Spielgeschehen fand nun ausschließlich in der gegnerischen Hälfte statt und der Ringhuscheider Strafraum befand sich im Belagerungszustand.
Leider konnten wir jedoch keine der Chancen zum mittlerweile mehr als verdienten Siegtreffer nutzen und mussten uns schließlich mit einem 1:1 Unentschieden begnügen.
Nächste Woche reisen wir zum Auswärtsspiel zu den bisher noch ungeschlagenen (sollte man dies bei bisher einem gespielten Spiel wirklich so herausstellen?) Eschfeldern, um dort einen Dreier einzufahren.
Wenn wir dort die Leistung der letzten halben Stunde aus dem heutigen Spiel auf die gesamte Spieldauer übertragen können, dann sollte dies zumindest nicht unmöglich sein.
(M.S.)

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